Toni Innauer

Pause-Ruhe-Regulation-Abstand-Urlaub-Erholung!

Pause-Ruhe-Regulation-Abstand-Urlaub-Erholung!

 

Qualität und Timing der Erholung sind entscheidende Prinzipien der modernen Trainingssteuerung. Die Leistungsverbesserungen im Profisport der Gegenwart (wenn wir regelwidrige Manipulationen ausblenden) verdankt man der Erkenntnis, dass der Leistungsschub zwar im Training angereizt wird, aber erst in der Erholungsphase wirksam werden kann. Spitzensportler brauchen, eingebettet in eine kluge Lebensführung, Phasen der Ruhe, Erholung und Regulation. Bei allen Übungen, Einheiten und Trainings-Blöcken heißt das Zauberwort „Belastungsdynamik“. Biologisches Wachstum und Leistungssteigerung passieren weder durch „immer mehr vom Gleichen“ noch durch brutales Kürzen der Pausen. Das funktioniert nur wenn die Regeneration mit Dopingmitteln gestützt wird, was bekanntermaßen in Abhängigkeit vom „Stoff“ und zu unmenschlichen Leistungserwartungen mündet.

Dem biologischen System müssen starke Reize, aber auch echte Chancen zur vitalen Anpassung an größer werdende Herausforderungen geboten werden. Diese Prinzipien gelten im Profisport aber auch im Arbeitsleben.

Der Mensch ist in mehrfacher Hinsicht ein wahres Anpassungswunder.

Diese Fähigkeit machte uns zur beängstigend dominanten Spezies auf diesem Planeten. Wir sind nicht nur „Anpassungsweltmeister“, wir gewöhnen uns schleichend an unsere veränderte Art der Selbstwahrnehmung. Nach monatelangem Schlafmangel kann man vergessen, wie frisch man sich nach einigen Tagen erquickenden Schlummers fühlt. Man hat sich an seine Grau-in-grau-Welt gewöhnt. So fühlen sich Spitzensportlern nach einer zehrenden Trainings- und Wettkampfsaison.

Körperlich-mentale Strapazen kennzeichnen diesen Beruf, zusätzlich sind Sportstars eigenen und öffentlichem Leistungsdruck ausgesetzt. Die Rolle als Werbeträger von Firmen und Institutionen wird noch oben draufgepackt. Bekanntheit und Aufmerksamkeit sind Trümpfe in den Socialmediakanälen und bei den Sponsoren. Prominenz ist aber auch ein sozialer Stressfaktor. Bekannte Sportstars brauchen als Personen öffentlichen Lebens einen Urlaub von ihrem eigenen Image, von sich als Marke um wieder Zugang zum eigenen menschlichen Kern zu finden. Zu seiner Glanzzeit wohnte Thomas Gottschalk daher in den USA, wo ihn keiner auf der Straße erkannte.

Ein paar Wochen keine Piste, keine Skier, keinen Schnee zu sehen, sich nicht erklären zu müssen und nicht von Fans um ein Autogramm oder Selfie gefragt zu werden…, das bringt ungeahnte Frische in den Kopf unserer Wintersportstars, die vorübergehend vom Radar der Öffentlichkeit verschwunden sind.

 

Euer Toni Innauer

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