Toni Innauer

„Es tut mir leid um dieses grandiose Konstrukt des Skispringens“

„Es tut mir leid um dieses grandiose Konstrukt des Skispringens“

Foto: Obertöne

 

Auch die Online-Plattforum volksblatt.at hat einen netten Bericht zu meinem 60. Geburtstag verfasst:

 

Wenige Wochen nachdem die Skispringer bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver mit dem Rekordvorsprung von 72,1 Punkten den Teambewerb gewonnen hatten, gab der verantwortliche Sportdirektor Toni Innauer seinen Rücktritt bekannt. Am Ostersonntag feiert die heimische Sportlegende seinen 60. Geburtstag.

Der im vorarlbergischen Bezau geborene Innauer prägte den heimischen Sport über 35 Jahre als Aktiver und Funktionär

Frühes Debüt, frühes Ende

Als 15-Jähriger startete Innauer zehn Monate vor seinem Weltcup-Debüt 1974 bei der WM in Falun. Nach Olympia-Gold 1980 und Olympia-Silber 1976 musste der Sieger von zwei Weltcupspringen im Alter von nur 22 Jahren nach einer Knöchelverletzung seine Karriere beenden (kurzes WM-Comeback 1982 als Titelverteidiger). Unvergessen bleibt sein 168-m-Flug in Oberstdorf, für den Innauer als erster Springer mit fünf Mal 20,0 bewertet wurde.

Erfolgstrainer und -Funktionär

Länger als seine aktive Karriere sollte dann jene als Trainer und Funktionär dauern. 1989 bis 1992 fungierte er erstmals als Skisprung-Cheftrainer, holte mit seinem Team bei den Spielen in Albertville fünf von neun Medaillen. In seine Ära als ÖSV-Sportdirektor ab 1993 fielen historische Erfolge wie Langlauf-Staffel-WM-Gold in der Ramsau 1999 oder die drei Olympiasiege der Springer 2006 in Turin. „Alles, was ich im Sport und über seine Abläufe gelernt habe und weiterentwickle, das setze ich als Berater, als Sprecher, als Journalist, als Kommentator und als Unternehmer um“, sagt Innauer, der sich selbst statt Querdenker, lieber „Selbstdenker“ nennt.

Innauer leidet mit ÖSV

U.a. gibt er in seiner Agentur „Innauer + (f)acts“ in einer Mischung aus Erfahrung im Spitzensport und Leistungspsychologie sein Wissen an einige Sportler, aber eben auch an die Wirtschaft weiter.

Und auch wenn es den Autor der Bücher „Der kritische Punkt“ und „Am Puls des Erfolgs“ seit seinem ÖSV-Ausstieg nach eigenen Angaben „kaum gejuckt“ hat, zurückzukehren, die aktuelle Krise geht ihm nahe: „Am ehesten, muss ich ehrlich sagen, berührt es mich jetzt, wo ich merke, dass ein bisserl eine Orientierungslosigkeit da ist. Es tut mir schon leid um dieses grandiose Konstrukt des Skispringens in Österreich.“ Das Ganze an einem Heinz Kuttin festzumachen sei aber lächerlich, stellte Innauer klar.

Seinen Festtag wird der Vater von vier Kindern übrigens mit seiner Frau Marlene „irgendwo im Warmen“ verbringen, später wird im kleinen Familienkreis leise nachgefeiert.

In Sachen Skisprungkrise könnten bald Antworten folgen. Am Dienstag geben ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Sportdirektor Hans Pum und Ernst Vettori (Sportlicher Leiter) eine Pressekonferenz.

t.h.

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