Toni Innauer

Kraft, Können und Physik

foto: apa/expa/jfk

 

 

Bis auf den krankheitsbedingten Einbruch am Bergisel konnte Stefan Kraft immer dann, wenn es ernst wurde, die geforderten Weiten mit einer perfekten Landung in den Aufsprung zaubern. Das spricht für seine professionelle Lockerheit im Umgang mit den Erwartungshaltungen und selbstredend für die Qualität seiner Sprungtechnik. Nicht nur von ihm, auch vom gesamten Umfeld vom Cheftrainer, übers Serviceteam bis zum Management wird ganze Arbeit geleistet.

Die faszinierende Leichtigkeit lässt Erinnerungen an Adam Malysz wach werden. Der aktuelle polnische Sportdirektor war Stefans legendärer Vorreiter:

Die Dominanz des sprungkräftig-leichten und kleinen Polen war manchmal frustrierend. Obwohl er im Anlauf erbärmlich viel Geschwindigkeit verlor und seine Latten im Flug ständig wild pendelten, dominierte er jahrelang. Für die Konkurrenz wäre die Vorstellung von Adam mit Topspeed und stabilem Körper-Skisystem ein Albtraum gewesen.

Seit 2010 beschert der „Amann-Bindungstab“ diese Stabilität und zusätzliche hochwertige Skisegelfläche. Korrespondierend hat der Körper als Flugelement an Bedeutung für das Gesamtsystem eingebüßt.
Die ÖSV-Servicetechniker und Bewegungsgenies wie Stefan Kraft lassen weder im Anlauf noch in der Luft Meter liegen. Heinz Kuttin, der einst auch Malysz trainierte, hat zusammengefügt, „was in der Luft gelegen“ war:

Im komplexen FIS-Reglement verstecken sich seit Jahren winzige Vorteile für relativ kleine und leichte Sportler die nun systematisch gehoben werden. Körpergröße und Bodymaßindex regulieren die maximal erlaubte Skilänge. Die Skibreite jedoch bleibt konstant und daraus erwächst ein relativer Gewinn an Flügelfläche für die ganz Leichten.
Ca. 10,3 Gramm Körpergewicht lasten zum Beispiel bei Sara Takanashi mit 150cm und 45 kg (mit Anzug und Schuhen) auf jedem cm2 der Skifläche. 12.6 Gramm/cm2 sind es bei einem 183cm großen und 67 kg schweren Sportler mit gleichem BMI. Dazwischen liegen die „Wingload-Werte“ von Stefan Kraft. Kurze Ski mit großer Fläche sind auch manövrierfähiger, Korrekturen im Flug sind wegen der kleineren Drehmomente besser durchzuführen. Die stabile Fluglage ist schneller zu erreichen, dies macht die Kurve flach und den Flug schnell. Im Zusammenspiel mit geringem Körpergewicht wird die Landung deutlich leichter.

Beruhigend, dass sich lange Kerle wie Wellinger oder Tande mit den Kleineren so spannende Wettkämpfe liefern. Sonst müsste man bedenkliche Entwicklungen wie beim Damen-Kinder-Turnen befürchten bzw. gegensteuern.

 

Ankündigung für das Bewegungs- und Sportwochenende mit Toni Innauer

 

Mit den Frühlingsgefühlen wächst meine persönliche Vorfreude auf das „bewegende Wochenende“ im Sportresort Hohe Salve vom 20. – 23. April 2017.

Auch als Trainer war ich vor einem sorgfältig geplanten Trainingskurs immer in einer prickelnden Erwartungshaltung. Keine Bange, unser Treffen im Brixental wird kein Trainingskurs für Leistungsfreaks. Obwohl, wir werden auch für die Hochambitionierten einiges im Köcher haben: Unser Olympionike und Sportwissenschafter Patrick Koller und sein Team im Move & Relax-Bereich sprühen vor lauter Tatendrang und Ideen.

Ich wünsche mir Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ihre Körperlichkeit, Sport und Bewegung Freude machen und auch solche, die diese Erfahrung wiederbeleben möchten. Menschen die sich gerne darüber austauschen, sich von Gleichgesinnten oder Spezialisten auch inspirieren, bestätigen und beraten lassen. Ich mag die Atmosphäre die sich aufspannt, wenn man sich gemeinsam bewegt, sportelt und Energie verbrennt um danach wieder genussvoll aufzutanken. Sport ist ein wunderbares Medium um Menschen sich selber und einander näher zu bringen. Gemeinsam können wir das verlängerte Wochenende in einer passenden Gruppe zum gewünscht wohltuenden Erlebnis machen.

Sollte der Aufenthalt für unsere „Specialguests“ zum Anstoß für persönlich passende und förderliche Bewegungsgewohnheiten werden, dann sind wir gemeinsam auf dem richtigen Weg.

 

Das ausführliche Programm zum downloaden!!

 

Und hier können Sie sich zum Bewegungs- und Sport-Wochenende im Sportressort Hohe Salve anmelden:

 

Sportresort Hohe Salve – Move & Relax

Meierhofgasse 26
6361 Hopfgarten im Brixental
Tel.: +43 5335 2420-503
Mail: reservierung@hohesalve.at
www.hohesalve.at

 

Preis ohne Übernachtung: € 685,- (pro Person)
Preis inkl. Übernachtung: € 845,-  (pro Person im Standardzimmer / kein EZ-Zuschlag)

 

Achtung – begrenzte Teilnehmerzahl. Bitte schnell anmelden!

Euer Toni Innauer

Foto: Lukas Rubisoier

 

 

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Erfolg im größten Skisprungmarkt

Die wohl schwierigste Herausforderung unserer „Nationaltrainerexporte“ bewältigt Werner Schuster. 2008 hat er die flügellahmen deutschen Springer übernommen, den ergrauten Martin Schmidt nach allen Regeln der Kunst zurück an den Rand der Weltklasse gecoacht. Als weit und breit kein Talent mit Erlöserqualitäten für den trudelnden Sprungsport auszumachen war, bedankte sich Schmidt in Liberec 09 mit glücklichem WM-Silber in einem windigen Abbruchwettkampf. In der dadurch gewonnenen Schonzeit zog der scharf analysierende Wahltiroler einen nachhaltigen Coup durch. Er warb jenen Sportwissenschaftler ab, der jahrelang und exklusiv für den ÖSV modernste Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung machte. Eine kostspielige Investition, die Österreich ins Mark traf. Man war daran gewöhnt, dass die Trainingsprogramme bei Bedarf geliefert wurden und dabei die ausgelagerte Kompetenz vernachlässigt. Deutschland aber gewann mit einem Schlag wertvolle Vergleichsdaten und höchste Trainingsmotivation. Wie sich dann der grobschlächtige aber emsige Arbeiter Severin Freund unter Werners Fittichen zum ganz Großen im Zirkus veredelte, gehört zu den erstaunlichen Geschichten in der Branche. Und doch stand dem „Schuh“ das Wasser immer wieder bis zum Hals. Verpatzte Vier-Schanzentourneen schafften Unmut und mühsam erkämpfte Teammedaillen führten postwendend zum Wunsch nach Einzelerfolgen und schließlich zur Forderung nach einem „großen Titel“. Seine Springer lieferten: in Sotchi und bei der WM 2015. Oft am letzten Abdruck und immer durch Severin Freund, dessen Totalausfall vor der WM in Lahti den Druck in Deutschland wieder gewaltig erhöhte.

Werner moderiert seine Sportler, die Verbandsobrigkeiten und vor allem die erfolgshungrige Presse in Zeiten der Unsicherheit auch über starke Medienarbeit. Die Verlockung, mit dem „österreichischen Schmäh“ zu punkten, ist ihm fremd, dafür schleicht sich ein fränkisch-bayrischer Einschlag in den Sprachduktus des Kleinwalsertalers. Er weiß, was er transportieren will und sagt gerade heraus, wenn ihm eine Frage nicht passt.

Sein aktuelles Meisterstück für medial flankierter Führungskompetenz liefert er mit Andi Wellinger. Dessen Sturztrauma wurde mit viel Geduld und sportpsychologischem Geschick erfolgreich „überschrieben“. Werner stabilisiert seinen Lieblingsschüler seit Jahren nicht nur in der täglichen Trainingsarbeit, sondern auch indirekt über fordernde und schützende öffentliche Aussagen. Ausgerechnet in Lahti, als es nach Freunds Verletzungen ganz düster zu werden drohte, reifte das Riesentalent zum Siegspringer, der nur von Stefan Kraft zu bändigen war.

 

Euer Toni Innauer

 

Die Kolumne ist am 04.03.2017 in der Tiroler Tageszeitung sowie in den Vorarlberger Nachrichten erschienen!!

 

 

 

 

 

Der Traum vom Fliegen!

Seit über 100 Jahren stürzen sich Menschen mit Latten an den Füßen in abenteuerliche Tiefen – hier ein Versuch, der Faszination des Skispringens auf die Spur zu kommen.

Mit Matthias Winterer von der „Wiener Zeitung“ sprach ich kürzlich über den Traum vom Fliegen.

 

Hier geht´s zur Printversion (Seite 1 / Seiten 2) bzw. der Link zur Onlineversion!!

Euer Toni Innauer

 

Das Interview ist am 25.02.2017 in der Wiener Zeitung erschienen!!

 

 

 

Impressionen von der Nordischen Ski-WM in Lahti

Meine Tätigkeit als ZDF-Experte für Skispringen geht heute leider wieder zu Ende, aber ich habe viele tolle Impressionen mitgenommen:

Ich traf alte Bekannte und Freunde wie zB. Hubert Neuper (Manager G. Schlierenzauer / Speaker), Hans-Peter Trost (Sportchef ORF), Philipp Rottensteiner (Musiker der steirischen Kultband „Broadlahn“), Jonathan Edwards (Olympiasieger und Weltrekordlerkollege in einer anderen Sprungdisziplin dem „Dreisprung“) sowie eine Retro-Vorläufergruppe. Weiters durfte ich bei der ZDF-Sendung „Eisfischen“ mitwirken und bedanke mich beim ZDF für die tollen Bilder dazu!!

Auf diesem Weg möchte ich den Medaillengewinnern sowie deren Trainerteams recht herzlich zu den erbrachten Leistungen gratulieren und freue mich auf weitere spannende Wettkämpfe, welche ich nun vor dem Fernseher verfolgen werde.

 

Euer Toni Innauer

 

Vortrag „Genussregion Österreich“ in Neuhofen

Die Einladung zum Vortrag bei der Genussregion Österreich kam von Mike Lipburger, dem Bruder des ehemaligen Skisprungnationaltrainers Alois Lipburger. Mike führt das Käsehaus in Andelsbuch und stand jahrelang der Genussregion Käsestraße Bregenzerwald meiner alten Heimat vor.
Aber auch mein neues Zuhause, Thaur in Tirol war als „Genussregion Nordtiroler Gemüse“, durch meine neuen Nachbarn Josef Norz vom Schotthof oder Josef Föger aus Rum, vertreten. Humorvoll begleitet von einem souveränen Ronald Barazon wurde der Vortrag, dem Anlass gemäß, ein echter Genuss auch für mich als Referent. Auch der festliche Vorabend mit Zugriff auf all die ess- und trinkbaren Köstlichkeiten regionaler und gesunder Herkunft, lies keine Wünsche offen und bot manche Überrraschung. So war es mir eine große Freude meinen Freund Mike Lipburger für seine großen Verdienste um die Anliegen der Genussregion in deren „goldenes Buch“ eintragen zu dürfen.“

 

Statement GRM GenussRegionen Marketing Gmbh
„Die positiven Rückmeldungen unserer TeilnehmerInnen zum Vortrag von Toni Innauer waren überwältigend! Es war uns eine Ehre eine Skisprung-Legende wie ihn in unser Mitte willkommen zu heißen und unsere RegionsvertreterInnen, ProduzentInnen, Wirte und Partner durch seine Worte beflügeln zu lassen.“