Toni Innauer

BSP Business School Berlin

Foto: BSP Berlin

 

Auf Einladung von Prof. Andreas Marlovits konnten wir uns im inspirierenden Rahmen der Hochschule BSP Business School Berlin, Anfang Mai 2017, einen Nachmittag lang praxisnahen Fragestellungen des Spitzensports und der Sportpsychologie widmen.

 

Durch seine offene, mitreißende und nahbare Art ermöglichte Toni Innauer den Studierenden und Interessierten während seines Vortrages bei uns ein lebhaftes Eintauchen in die Welt eines Skispringers, eines Olympiasiegers, eines Trainers, eines Sportdirektors, eines Unternehmers – kurz: in die Welt einer großen Persönlichkeit. Danke dafür. (Renate Eichenberger / BSP Berlin)

 

Vielen herzlichen Dank an die Teilnehmer und für das tolle Video =>  Business School Berlin

 

 

Profiboxen: Essenz des Sports oder Showbiz?

 (Quelle: BPI)

 

Sigi Bergmanns Stimme ist mir abgegangen vor dem Fight. Sein beschwörend bebender Bariton, der bis zur Verklärung gelebte Respekt vor den Boxern ließen zu Muhamad Alis Zeiten schon vor der ersten Runde die Gänsehaut wachsen. Wie lächerlich wirken dagegen Michael Buffers unvermeidlich stereotypes Gejaule und sein patentiert-millionenschwerer Aufruf „Let’s get ready to rumble!“.

In Erwartung einer grenzpeinlichen Inszenierung, mit vermutlich fragwürdigem sportlichen Wert und schalem Ausgang, wartete ich vor dem Schirm auf das, was kommen würde. Im Wembley Stadion wurden 90.000 Zuschauer vor dem Auftritt von Wladimir Klitschko und dem vergleichsweise unbekannten 27jährigen Weltmeister Antony Joshua eingepeitscht.

Die komplette erste Stunde der RTL-Vorberichterstattung schenkte ich mir in der Vorahnung, dass noch genug an Kommerz und Kitsch folgen würde. In dieser Hinsicht trafen meine Befürchtungen zu. Nach jeder Runde, mit dem Gongschlag, wurde man als Zuseher ansatzlos in einen, bis zum nächsten Gong dauernden Werbeblock verfrachtet. Keine Zeitlupe keine Aufarbeitung der Schlüsselszenen, dafür aber komprimierte kommerzielle Heilsversprechen. Um den Faden zum Boxen nicht völlig zu verlieren, wurden die Spots mit Portraits eines bedrohlich posierenden Herausforderers umrahmt.

Bei zehn Grad Außentemperatur und zwischen den Werbeblöcken aber geschah das Unerwartete: Der kraftstrotzende Brite mit nigerianischen Wurzeln und ein ausgekochter und erstaunlich fitter Klitschko lieferten sich eine Auseinandersetzung, die mich, gegen meinen festen Vorsatz, von der Couch riss. Inmitten und völlig losgelöst von der riesigen Marketingblase lieferten sich zwei Giganten ein Gefecht von sportepischem Format. Die beiden fegten alle Voreingenommenheit aus dem Ring, was sich in Wembley abspielte, dockte direkt an „Ali gegen Frazer“ an. Inmitten von brutalen Schlagserien schimmerte die, für uns Außenstehende so schwer nachvollziehbare, „Kultur des Faustkampfes“ durch: Die Geschichte des straffällig gewordenen und mit Hilfe des Boxens resozialisierten Antony Joshua, seine körperliche Präsenz, sein Talent und boxerisches Können und ein Ringrichter der rechtzeitig abbricht. Joshua sprengte mit respektvollen und überschäumend herzlichen Aussagen auch nach dem Sieg das Protokoll. Und Klitschko? Mit 41 Jahren, hat er mit seinem mutigen Kampf und trotz der Niederlage mehr Anerkennung gewonnen als mit vielen seiner Siege zuvor. Von schweren Treffern und einer vergebenen Siegesschance gezeichnet, war der „Gentleman-Fighter“ fähig, emotional stimmige und ebenso kluge Sätze in die boxhistorische Nacht von London zu schicken.

 

Euer Toni Innauer

 

 

 

Eröffnung des Sportresorts HOHE SALVE

Foto: Pletzer Gruppe

 

Am Freitag,  05.05.2017  zogen nachmittags Ströme von Interessenten durch das lichte neue Gebäude um sich ein Bild des Hoteljuwels in Hopfgarten zu machen. Trotz der großen Konkurrenz des Gauderfestes folgten über 200 hochkarätige Gäste dem Ruf der erfolgreichen Unternehmerfamilie Pletzer.
Die ganz Sportlichen beteiligten sich am Extrem-Kurztriathlon im Hotelgelände mit Start im 25-Meter-Wettkampfbecken über der Skiwiese. Geballte Sportexpertise traf sich im move & relax Bereich, der von Patrick Koller, dem Leiter dieser Abteilung souverän präsentiert und erklärt wurde.

 

Fotos von der Eröffnung (Fotocredit: Pletzer Gruppe):

 

Hier geht´s zum Pressebericht der Pletzer Gruppe!

 

Euer Toni Innauer

 

Verzweiflung

Am 27. und 28.04.2017 durfte ich bei einer großartigen Veranstaltung der Wiener Sängerknaben und dem Nachwuchs-Orchester aus Hongkong, unter der Leitung von Dirigent Jimmy Chiang, mitwirken.

 

Noch mehr als erwartet, wurden die beiden Abende für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Zwischen den Darbietungen der Wiener Sängerknaben und dem Nachwuchs-Orchester durfte ich als exotisches Kontrastprogramm drei kurze Geschichten aus der Welt des Spitzensports erzählen. „Verzweiflung“ lautete das dramatischen Grundthema des Abends, das die musikalischen Beiträge durchzog und als gemeinsamer Nenner auch in meinen Ausführungen zur Sprache kam. Da wie dort, in der Musik, wie im Sport, zeigt sich die Verzweiflung als Durchgangs- und Läuterungsstadium und Vorstufe zu weiteren Entwicklungen.

 

Fotocredit: Lukas Beck

Ein Olympiasieger als Impulsgeber

Am 18.04.2017 durfte ich einen Vortrag beim Sponsorenevent des Alpla HC Hard im Autohaus Niederhofer in Lauterach, zum Thema „Was die Wirtschaft vom Sport lernen kann“ halten. Es war ein sehr gelungener Abend – vielen Dank an den HC Hard für die Einladung!

 

Hier ein kurzer Bericht dazu (Vorarlberger Nachrichten, 19.04.2017):

 

 

 

Fotos zum Event (Fotocredit: Alexandra Köß):

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Kraft, Können und Physik

foto: apa/expa/jfk

 

 

Bis auf den krankheitsbedingten Einbruch am Bergisel konnte Stefan Kraft immer dann, wenn es ernst wurde, die geforderten Weiten mit einer perfekten Landung in den Aufsprung zaubern. Das spricht für seine professionelle Lockerheit im Umgang mit den Erwartungshaltungen und selbstredend für die Qualität seiner Sprungtechnik. Nicht nur von ihm, auch vom gesamten Umfeld vom Cheftrainer, übers Serviceteam bis zum Management wird ganze Arbeit geleistet.

Die faszinierende Leichtigkeit lässt Erinnerungen an Adam Malysz wach werden. Der aktuelle polnische Sportdirektor war Stefans legendärer Vorreiter:

Die Dominanz des sprungkräftig-leichten und kleinen Polen war manchmal frustrierend. Obwohl er im Anlauf erbärmlich viel Geschwindigkeit verlor und seine Latten im Flug ständig wild pendelten, dominierte er jahrelang. Für die Konkurrenz wäre die Vorstellung von Adam mit Topspeed und stabilem Körper-Skisystem ein Albtraum gewesen.

Seit 2010 beschert der „Amann-Bindungstab“ diese Stabilität und zusätzliche hochwertige Skisegelfläche. Korrespondierend hat der Körper als Flugelement an Bedeutung für das Gesamtsystem eingebüßt.
Die ÖSV-Servicetechniker und Bewegungsgenies wie Stefan Kraft lassen weder im Anlauf noch in der Luft Meter liegen. Heinz Kuttin, der einst auch Malysz trainierte, hat zusammengefügt, „was in der Luft gelegen“ war:

Im komplexen FIS-Reglement verstecken sich seit Jahren winzige Vorteile für relativ kleine und leichte Sportler die nun systematisch gehoben werden. Körpergröße und Bodymaßindex regulieren die maximal erlaubte Skilänge. Die Skibreite jedoch bleibt konstant und daraus erwächst ein relativer Gewinn an Flügelfläche für die ganz Leichten.
Ca. 10,3 Gramm Körpergewicht lasten zum Beispiel bei Sara Takanashi mit 150cm und 45 kg (mit Anzug und Schuhen) auf jedem cm2 der Skifläche. 12.6 Gramm/cm2 sind es bei einem 183cm großen und 67 kg schweren Sportler mit gleichem BMI. Dazwischen liegen die „Wingload-Werte“ von Stefan Kraft. Kurze Ski mit großer Fläche sind auch manövrierfähiger, Korrekturen im Flug sind wegen der kleineren Drehmomente besser durchzuführen. Die stabile Fluglage ist schneller zu erreichen, dies macht die Kurve flach und den Flug schnell. Im Zusammenspiel mit geringem Körpergewicht wird die Landung deutlich leichter.

Beruhigend, dass sich lange Kerle wie Wellinger oder Tande mit den Kleineren so spannende Wettkämpfe liefern. Sonst müsste man bedenkliche Entwicklungen wie beim Damen-Kinder-Turnen befürchten bzw. gegensteuern.

 

Ankündigung für das Bewegungs- und Sportwochenende mit Toni Innauer

 

Mit den Frühlingsgefühlen wächst meine persönliche Vorfreude auf das „bewegende Wochenende“ im Sportresort Hohe Salve vom 20. – 23. April 2017.

Auch als Trainer war ich vor einem sorgfältig geplanten Trainingskurs immer in einer prickelnden Erwartungshaltung. Keine Bange, unser Treffen im Brixental wird kein Trainingskurs für Leistungsfreaks. Obwohl, wir werden auch für die Hochambitionierten einiges im Köcher haben: Unser Olympionike und Sportwissenschafter Patrick Koller und sein Team im Move & Relax-Bereich sprühen vor lauter Tatendrang und Ideen.

Ich wünsche mir Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen ihre Körperlichkeit, Sport und Bewegung Freude machen und auch solche, die diese Erfahrung wiederbeleben möchten. Menschen die sich gerne darüber austauschen, sich von Gleichgesinnten oder Spezialisten auch inspirieren, bestätigen und beraten lassen. Ich mag die Atmosphäre die sich aufspannt, wenn man sich gemeinsam bewegt, sportelt und Energie verbrennt um danach wieder genussvoll aufzutanken. Sport ist ein wunderbares Medium um Menschen sich selber und einander näher zu bringen. Gemeinsam können wir das verlängerte Wochenende in einer passenden Gruppe zum gewünscht wohltuenden Erlebnis machen.

Sollte der Aufenthalt für unsere „Specialguests“ zum Anstoß für persönlich passende und förderliche Bewegungsgewohnheiten werden, dann sind wir gemeinsam auf dem richtigen Weg.

 

Das ausführliche Programm zum downloaden!!

 

Und hier können Sie sich zum Bewegungs- und Sport-Wochenende im Sportressort Hohe Salve anmelden:

 

Sportresort Hohe Salve – Move & Relax

Meierhofgasse 26
6361 Hopfgarten im Brixental
Tel.: +43 5335 2420-503
Mail: reservierung@hohesalve.at
www.hohesalve.at

 

Preis ohne Übernachtung: € 685,- (pro Person)
Preis inkl. Übernachtung: € 845,-  (pro Person im Standardzimmer / kein EZ-Zuschlag)

 

Achtung – begrenzte Teilnehmerzahl. Bitte schnell anmelden!

Euer Toni Innauer

Foto: Lukas Rubisoier

 

 

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Erfolg im größten Skisprungmarkt

Die wohl schwierigste Herausforderung unserer „Nationaltrainerexporte“ bewältigt Werner Schuster. 2008 hat er die flügellahmen deutschen Springer übernommen, den ergrauten Martin Schmidt nach allen Regeln der Kunst zurück an den Rand der Weltklasse gecoacht. Als weit und breit kein Talent mit Erlöserqualitäten für den trudelnden Sprungsport auszumachen war, bedankte sich Schmidt in Liberec 09 mit glücklichem WM-Silber in einem windigen Abbruchwettkampf. In der dadurch gewonnenen Schonzeit zog der scharf analysierende Wahltiroler einen nachhaltigen Coup durch. Er warb jenen Sportwissenschaftler ab, der jahrelang und exklusiv für den ÖSV modernste Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung machte. Eine kostspielige Investition, die Österreich ins Mark traf. Man war daran gewöhnt, dass die Trainingsprogramme bei Bedarf geliefert wurden und dabei die ausgelagerte Kompetenz vernachlässigt. Deutschland aber gewann mit einem Schlag wertvolle Vergleichsdaten und höchste Trainingsmotivation. Wie sich dann der grobschlächtige aber emsige Arbeiter Severin Freund unter Werners Fittichen zum ganz Großen im Zirkus veredelte, gehört zu den erstaunlichen Geschichten in der Branche. Und doch stand dem „Schuh“ das Wasser immer wieder bis zum Hals. Verpatzte Vier-Schanzentourneen schafften Unmut und mühsam erkämpfte Teammedaillen führten postwendend zum Wunsch nach Einzelerfolgen und schließlich zur Forderung nach einem „großen Titel“. Seine Springer lieferten: in Sotchi und bei der WM 2015. Oft am letzten Abdruck und immer durch Severin Freund, dessen Totalausfall vor der WM in Lahti den Druck in Deutschland wieder gewaltig erhöhte.

Werner moderiert seine Sportler, die Verbandsobrigkeiten und vor allem die erfolgshungrige Presse in Zeiten der Unsicherheit auch über starke Medienarbeit. Die Verlockung, mit dem „österreichischen Schmäh“ zu punkten, ist ihm fremd, dafür schleicht sich ein fränkisch-bayrischer Einschlag in den Sprachduktus des Kleinwalsertalers. Er weiß, was er transportieren will und sagt gerade heraus, wenn ihm eine Frage nicht passt.

Sein aktuelles Meisterstück für medial flankierter Führungskompetenz liefert er mit Andi Wellinger. Dessen Sturztrauma wurde mit viel Geduld und sportpsychologischem Geschick erfolgreich „überschrieben“. Werner stabilisiert seinen Lieblingsschüler seit Jahren nicht nur in der täglichen Trainingsarbeit, sondern auch indirekt über fordernde und schützende öffentliche Aussagen. Ausgerechnet in Lahti, als es nach Freunds Verletzungen ganz düster zu werden drohte, reifte das Riesentalent zum Siegspringer, der nur von Stefan Kraft zu bändigen war.

 

Euer Toni Innauer

 

Die Kolumne ist am 04.03.2017 in der Tiroler Tageszeitung sowie in den Vorarlberger Nachrichten erschienen!!